Alles rund um Ferienjobs für Schüler und Studenten

2018-06-29 11:57

Ferienzeit – Arbeitszeit für Schüler und damit die Möglichkeit des Hinzuverdienstes für das Handy, das Moped oder die geplante Reise. Nachfolgend möchten wir Ihnen die steuer- und sozialversicherungs-rechtlichen Eckpunkte kurz darstellen.

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Ferienjobs für Schüler und Studenten bleiben meist steuerfrei Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferienzeit, um ihr Taschengeld aufzubessern.

Schüler und Studenten, die in den Ferien jobben, sind Arbeitnehmer und der Arbeitslohn von Ferien­jobbern ist grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Dennoch bleibt der Zusatzverdienst von Ferienjobbern häufig "steuerfrei".

Bezüge von Schülern und Studenten, die in der Ferienzeit als Aushilfe tätig werden, sind regelmäßig steuerpflichtiger Arbeitslohn. Dieser Arbeitslohn unterliegt den allgemeinen Regelungen des Lohnsteuerabzugs (§ 38 EStG).

Ferienjob für Studenten und Schüler: Steuerklasse und Freibeträge

Bei niedrigen Monatslöhnen kommt es aber meist nicht zu einem Lohnsteuereinbehalt. Schüler und Studenten gehören im Regelfall der Steuerklasse I an, die für ledige Arbeitnehmer im ersten Dienstverhältnis gilt. Die steuerlichen Frei- und Pauschbeträge führen dazu, dass in der Steuerklasse I bis zu einem Monatslohn von circa 1.000 Euro keine Lohnsteuer anfällt (dies entspricht einem Jahresarbeitslohn von circa 12.000 Euro).

Diese Angaben benötigt der Arbeitgeber vom Ferienjobber

Voraussetzung ist, dass dem Arbeitgeber die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) des Ferienjobbers bereitgestellt werden und es sich um das erste Beschäftigungsverhältnis handelt (Arbeitgeber = Hauptarbeitgeber). Dazu muss der Ferienjobber dem Arbeitgeber folgende Angaben mitteilen:

  • die Steuer-Identifikationsnummer,
  • das Geburtsdatum und
  • die Auskunft, ob es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

Mittels dieser Daten können die für den Lohnsteuerabzug notwendigen Daten des Ferienjobbers elektronisch abgerufen werden. Wird der Ferienjob beendet, muss der Arbeitgeber den Ferienjobber zeitnah abmelden.

Ferienjob: Geld zurück durch Einkommensteuererklärung

Ein betrieblicher Lohnsteuerjahresausgleich durch den Arbeitgeber darf nicht durchgeführt werden. Voraussetzung für den Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber wäre, dass der Ferienjobber während des ganzen Jahres ohne Unterbrechung beschäftigt ist. Etwaige Steuerabzüge kann sich der Schüler oder Student regelmäßig durch eine Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

Werden dem Arbeitgeber die ELStAM nicht mitgeteilt oder liegt eine Zweitbeschäftigung vor, muss der Arbeitgeber die Lohnsteuer grundsätzlich nach Steuerklasse VI abrechnen. Dann fällt auch schon bei geringen Monatslöhnen regelmäßig Lohnsteuer an.

Pauschalbesteuerter Ferienjob: Minijob bis 450 Euro

Als Alternative zum regulären Lohnsteuerabzug kommt eine Pauschalbesteuerung von Aushilfen in Betracht. Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis zu 450 EUR monatlich (gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 oder § 8a SGB IV) zahlt der Arbeitgeber Pauschalabgaben von insgesamt 30 %. Darin enthalten sind auch 2 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 2 EStG).

Für eine kurzfristige Beschäftigung (§ 40a Abs. 1 EStG) sind sogar 25 % Lohnsteuer zu entrichten. Diese Pauschalierung ist nur möglich, wenn

  • der Mitarbeiter bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird,
  • die Dauer der Beschäftigung über 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht hinausgeht,
  • die Höhe des Arbeitslohns während der Beschäftigungsdauer 72 EUR durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt und
  • der auf einen Stundenlohn umgerechnete Arbeitslohn durchschnittlich 12 EUR nicht übersteigt.

Wichtig: Die steuerlichen Voraussetzungen weichen von den sozialversicherungsrechtlichen Voraussetzungen einer kurzfristigen Beschäftigung ab.

Steuerlich noch günstiger: Ferienjobber in der Landwirtschaft

Günstiger wird es in der Landwirtschaft: Dort gibt es für Aushilfskräfte eine spezielle Pauschalierungsmöglichkeit mit 5 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 3 EStG). Sie gilt insbesondere für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer.

Nebenjob in den Ferien als Übungsleiter oder Betreuer

Gegebenenfalls können Ferienjobber auch die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen. Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder eine künstlerische Tätigkeit oder die nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen bleiben bis zu einem Jahresbetrag von 2.400 EUR als Aufwandsentschädigung steuerfrei.

Die Steuerbefreiung ist daran geknüpft, dass die Tätigkeit im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Stadt, Gemeinde, Schule, Hochschule, Volkshochschule, Kammer) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung ausgeübt wird. Unerheblich ist, ob die Tätigkeit selbstständig oder unselbstständig ausgeübt wird.

Sozialversicherung: Kurzfristige Beschäftigung ist attraktiv für Arbeitgeber und Ferienjobber

è Ferienjob: Sozialversicherung richtig beurteilen - trotz Schülerjob greift die Familienversicherung!

Viele Schüler jobben in den Ferien. Hierfür bietet sich die kurzfristige Beschäftigung an. Diese Form des Schülerjobs ist sozialversicherungsfrei und somit für Arbeitgeber und Aushilfen gleichermaßen attraktiv. Sozialversicherungsbeiträge sind nämlich nicht zu zahlen.

Die kurzfristige Beschäftigung ist vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale zu melden. Sie ist nicht ganz kostenfrei, denn für den Arbeitgeber fallen geringe Abgaben an. Die Aushilfe ist zwar nicht über den Schülerjob krankenversichert, aber weiterhin über die Familienversicherung der Eltern abgesichert.

Schülerjob als kurzfristige Beschäftigung

Bei der kurzfristigen Beschäftigung spielt die Höhe des gezahlten Arbeitsentgelts keine Rolle. Maßgeblich ist allein die Dauer der Beschäftigung. Sie darf max. 3 Monate (Arbeitswoche von mindestens 5 Tagen) bzw. 70 Arbeitstage (Arbeitswoche unter 5 Tagen) innerhalb eines Kalenderjahres betragen. Ausgehend von 6 Wochen Sommerferien, dürfte diese Zeitgrenze nicht überschritten werden.

Achtung: Bereits in der Vergangenheit seit Jahresbeginn zurückgelegte Schülerjobs in Form der kurzfristigen Beschäftigung (Personengruppe 110) sind hierbei zu berücksichtigen. Unschädlich sind 450-Euro-Minijobs – diese werden auf die Zeitdauer nicht angerechnet.

Schüler oder Schulentlassener?

Die berufsmäßige Beschäftigung schließt eine kurzfristige Beschäftigung aus. Während Schüler aber grundsätzlich nicht berufsmäßig beschäftigt sind, verhält sich dies bei Schulentlassenen anders. Um eine berufsmäßige Beschäftigung auszuschließen, sollten Arbeitgeber darauf achten, dass sich die Aushilfe tatsächlich noch in der Schulausbildung befindet.

Die Eigenschaft als Schüler endet

  • mit dem Bestehen der Abschlussprüfung des Ausbildungsabschnitts oder,
  • wenn eine solche nicht vorgesehen ist, mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung des Ausbildungsabschnitts.

Wird ein Prüfungs- oder Abschlusszeugnis erteilt, dann lässt sich der Zeitpunkt der Beendigung der Ausbildung aus dem Datum dieses Zeugnisses herleiten.

Praxis-Tipp:

Für die ordnungsgemäße versicherungsrechtliche Beurteilung eines Schülerjobs muss die Aushilfe u. a. nach dem Status (Schüler) und weiteren Beschäftigungen befragt werden. Hierfür sollte ein Einstellungsfragebogen verwendet werden, der von der Aushilfe auszufüllen und dann zu den Entgeltunterlagen zu nehmen ist.

Meldungen und Abgaben bei Schülerjobs

Der Arbeitgeber muss eine kurzfristige Beschäftigung (Personengruppe 110) im DEÜV-Verfahren bei der Minijob-Zentrale melden und im Beitragsnachweis-Verfahren lediglich

  • die Umlage U1 (und auch die nur bei einer auf mehr als 4 Wochen befristeten Beschäftigung),
  • die Umlage U2 (Mutterschaft) und
  • die Insolvenzgeldumlage

anzeigen und zahlen. Die Meldung zur Unfallversicherung hat gesondert an den zuständigen Unfallversicherungsträger zu erfolgen.

Familienversicherung bleibt bei Schülerjobs bestehen

Schüler sind in der Regel über einen Elternteil in der gesetzlichen Kranken-versicherung familienversichert. Für sie führt ein regelmäßiges Gesamteinkommen von mehr als 425 EUR grds. zum Wegfall des Anspruchs in der Familienversicherung. Allerdings werden Einkünfte aus einer kurzfristigen Beschäftigung in diesem Zusammenhang generell als unregelmäßig bewertet und sind somit unschädlich für die beitragsfreie Familienversicherung.

Verdienst des Schülers bis 450 EUR

Sofern das Arbeitsentgelt in dem Schülerjob regelmäßig nicht mehr als 450 EUR beträgt, kommt auch ein 450-EUR-Minijob in Frage. Kurzfristiger Minijob und 450-EUR-Minijob schließen sich gegenseitig nicht aus. Der Arbeitgeber bestimmt letztendlich die Beschäftigungsform. Allerdings ist der 450-EUR-Minijob beitragspflichtig in der Kranken- und Rentenversicherung. Neben dem Arbeitgeber wird auch die Aushilfe mit einem geringen Beitragsanteil in der Rentenversicherung belastet, sofern keine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt wird.

Arbeitsrechtliche Besonderheiten bei Ferienjobbern

  • Ferienjobber: Arbeitsrechtliche Besonderheiten - aus der Schule ins Unternehmen: Kein Problem, solange Arbeitsschutzregeln bei Ferienjobbern beachtet werden!

In vielen Unternehmen unterstützen Ferienbeschäftigte in der Urlaubszeit die Mitarbeiter und überbrücken so den Urlaub der Stammbelegschaft. Ferienjobs sind bei Schülern und Studenten begehrt. Bei dieser kurzfristigen Beschäftigung sind arbeitsrechtliche Besonderheiten zu beachten.

Sommer, Sonne, Meer im Urlaub – daher kann für Unternehmen in den Ferienmonaten eng werden: Die Stammbelegschaft geht in den wohlverdienten Urlaub, aber die Produktion muss weiterlaufen. Wie es funktioniert? Oft mit Ferienjobbern. Gerade in großen Unternehmen, wie zum Beispiel bei Daimler oder Bosch sind Tausende Ferienjobber im Einsatz und entlasten so Mitarbeiter des Unternehmens in der Ferienzeit.

Arbeitsvertrag: Ferienjobber sind Arbeitnehmer auf Zeit

Wenn Schüler oder Studenten für den Zeitraum der Ferien oder zur Aushilfe beschäftigt werden, handelt es sich regelmäßig um ein befristetes Arbeitsverhältnis. Das Arbeitsverhältnis endet also ohne Kündigung, wenn die vereinbarte Zeit abgelaufen ist. Währenddessen gibt es wenig Unterschiede zu anderen Arbeitsverhältnissen. Denn aus arbeitsrechtlicher Sicht sind Aushilfen im Grundsatz echte Arbeitnehmer und es gelten die arbeitsrechtlichen Regeln wie für andere Beschäftigte. So können auch Schüler und Studenten, die Ferienarbeit leisten, Entgeltfortzahlung beanspruchen. Anspruch auf Urlaub besteht regelmäßig nur nach dem Zwölftelungsprinzip bei Arbeitsverhältnissen, die mindestens einen vollen Monat bestehen.

Mindestlohn für Ferienjobber?

Das 2015 eingeführte neue Mindestlohngesetz gilt prinzipiell auch für Ferienjobs - allerdings nur für volljährige Ferienjobber. Unterhalb dieser Altersgrenze gibt es keinen Mindestlohn.

Ferienjobber unter 18: Besonderheiten durch Jugendarbeitsschutz

Bei Schülern unter 18 Jahren ergeben sich auch Besonderheiten hinsichtlich der Arbeitszeit und der möglichen Tätigkeit. Die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) unterscheiden zwischen der Beschäftigung von Kindern und jener von Jugendlichen. Alterstechnisch sind die Schüler danach in drei Gruppen einzuteilen: Kinder bis 13 Jahren, Kinder zwischen 13 und 15 Jahren sowie Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren.

Verbot der Kinderarbeit

Allgemein gilt: Die Beschäftigung von Kindern ist grundsätzlich verboten (§ 5 Abs. 1 JArbSchG). Kind ist nach dem Gesetz, wer noch nicht 15 Jahre alt ist. Für die zweite Gruppe (Kinder zwischen 13 und 15 Jahren) lässt das Gesetz allerdings Ausnahmen unter strengen Voraussetzungen zu (§ 5 Abs.3 JArbSchG):

  • wenn die Sorgeberechtigten der Arbeit zustimmen und
  • die Arbeiten leicht sowie für diese Kinder geeignet sind und
  • nicht länger als zwei Stunden (in der Landwirtschaft drei Stunden) pro Tag dauern
  • die Kinder nicht zwischen 18 Uhr abends und acht Uhr morgens sowie
  • nicht vor oder während des Schulunterrichts beschäftigt werden

Verstärkter Arbeitsschutz für jugendliche Ferienjobber

Im Vergleich zu den Kindern können Unternehmen Jugendliche – Vollzeit-schulpflichtige zumindest für vier Wochen – also mit mehr Freiheiten eingesetzt werden. Allerdings gibt es im Vergleich zu volljährigen Arbeitnehmern durchaus Einschränkungen. So ist die Arbeitszeit dieser Jugendlichen auf maximal acht Stunden täglich und höchstens 40 Stunden wöchentlich begrenzt. Diese Höchstarbeitszeit darf regelmäßig nicht – auch nicht durch angeordnete Mehrarbeit – überschritten werden. Zudem ist für Jugendliche grundsätzlich – mit Ausnahme einiger weniger im Gesetz genannter Branchen - die Arbeit zwischen 20 Uhr und sechs Uhr und auch am Samstag und Sonntag tabu. Nach Arbeitsende stehen dem Jugendlichen mindestens zwölf Stunden ununterbrochene Freizeit zu, bevor er wieder zur Arbeit erscheinen muss.

Ferienarbeit: Manche Tätigkeiten sind tabu

Beschäftigen Unternehmen nicht volljährige Jugendliche als Ferienjobber, so schließt das JArbSchG spezielle Tätigkeiten aus. So dürfen Jugendliche nicht mit gefährlichen Arbeiten betraut werden (§ 22 JArbSchG). Das Gesetz nennt hier zum Beispiel:

  • Arbeiten, die ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen,
  • Arbeiten, bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind,
  • Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können,
  • Arbeiten, bei denen ihre Gesundheit durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird,
  • Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen oder Strahlen ausgesetzt sind.
  • Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne der Gefahrstoffverordnung oder von von biologischen Arbeitsstoffen im Sinne der Biostoffverordnung ausgesetzt sind.

Auch Akkordarbeit (§ 23 JArbSchG) oder Arbeiten unter Tage (§ 24 JArbSchG) sind grundsätzlich tabu.

Quelle (in Auszügen)): https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/ferienjobber/lohnsteuer-fuer-ferienjobs-faellt-haeufig-keine-steuer-an_76_347218.html

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